Oshkosh

Jedes Jahr, Ende Juli, findet in der Stadt Oshkosh, nordwestlich von Chicago, eines der größten Fliegertreffen weltweit statt. Jährlich erscheinen dort an die 12.000 Flugzeuge und Tausende von Luftfahrtbegeisterten Besuchern um an diesem Treffen teilzunehmen. Ausstellungen, ein Flohmarkt, Verkaufstände gehören zu den festen Einrichtungen dieser Flugzeugmessen. Zusätzlich finden Flugvorführungen statt und in dem einen der anderem Flugzeug kann man sogar mitfliegen. Der Kontrollturm des Flughafens trägt dabei nicht umsonst den Banner "beschäftigster Tower  weltweit". 

Von besonderem Interesse sind natürlich die liebevoll und in unzähligen Stunden restaurierten Oldtimer, größtenteils aus dem II Weltkrieg. 
Die nachfolgenden Aufnahmen entstanden im Juli 1998 bei meinem ersten (und bislang letzten) Besuch dieses Treffens.
Auch hier gilt: durch anklicken des kleinen Vorschaubildes wird das große Bild in einem neuen Fenster angezeigt. Einen Bericht, der auch in der RMAS Vereinszeitschrift SWING OVER erschienen ist kann man als PDF File hier lesen.

Granville
Gee Bee

(Replica)

Das Original dieser Maschine wurde in der 30er Jahren von den 5 Brüdern Granville gebaut, daher auch der Name, denn GB bedeutet Granville Brothers. Speziell für Rennen entwickelt  hatte diese Maschine einen 800 PS Motor und erreichte Geschwindigkeiten von 470 km/h. 1932 wurde damit der Weltrekord für Landflugzeuge aufgestellt. Die schwere Steuerbarkeit führte zu mehreren Unfällen, bei denen auch einer der Granville Brüder tödlich verunglückte. So blieb der Erfolg dann aus.
Das Bild zeigt einen Nachbau und ist die einzige flugfähige GeeBee, die aber dieses Jahr in einem Museum abgestellt wird. Weitere Infos zu dieser Maschine unter: http://www.geebee.com


Douglas 
DC-3 / C47
Die Entwicklung der DC-3 begann in den 30er Jahren. Als Militärausführung bekam sie später eine größere Tür, einen verstärkten Boden und die Bezeichnung C-47. Mehrere tausend dieser Maschinen verließen in den Kriegsjahren die Werkshallen. Nach dem Krieg wurden die Maschinen billig verkauft und sind noch heute in vielen Ländern im Dienst.
Martin 4-0-4 War als Ersatz für die legendäre DC-3 vorgesehen. Sie konnte 40 Passagiere in einer Druckkabine über eine Strecke von 4200 km befördern. 1953 wurde die Produktion nach 103 gebauten Maschinen eingestellt. 
Lockheed F-104
Starfighter
Hier als Privatmaschine, von denen 2 in Oshkosh waren. Für den Sprit muß der Besitzer  tief in die Tasche greifen. Immerhin fliegt die F-104 2-fache Schallgeschwindigkeit.
North American P-51 Mustang Wurde ab 1940 in verschiedenen Versionen gebaut. Ein Motor von 1530 PS verhalf der Maschine zu 703 km/h bei einer Einsatzreichweite von 1500 km. Bestückt war der schnelle Jäger mit sechs 12,7mm MGs und konnte noch 900 kg an Bomben mitnehmen.  
Vought F4U
Corsair
Charakteristisch: der geknickte Flügel, welcher erst die Bodenfreiheit für den großen Propeller ermöglichte. Ein Doppelsternmotor mit 2130 PS brachten dieses Marineflugzeug auf  718 km/h. Bewaffnet war es mit vier 20mm Kanonen oder sechs 12,7mm MGs. Zusätzlich konnten zwei 454 kg Bomben mitgeführt werden.





Lockheed Super Constellation

L-1049G
Obwohl  in den Farben der TWA bemalt, handelt sich es auch hier um eine Privatmaschine. Eigentümer ist die "Save a Connie" Gruppe aus Texas. 
Die Super Connie galt durch ihre geschwungene Form und dem 3-teiligen Leitwerk als eleganteste je gebaute Maschine. Den Spitznamen "bestes 3 motoriges Flugzeug der Welt" bekam sie, weil einer Ihrer 4, je 3400 PS starken Motoren meist immer streikte. 109 Passagiere konnte damit bei einer Reisegeschwindigkeit von 490 km/h über eine Strecke von 7700 km transportiert werden.
Die Super-Connie wurde mit 5 Personen im Cockpit geflogen: Kapitän, Co-Pilot, Flugingenieur, Funker und Navigator. Letzterer musste, wie in der Seefahrt, durch ein Glasluke im Dach der Maschine per Sextanten die Position bestimmen.

Die beiden unteren Bilder zeigen einen Einblick in das Cockpit. Kein vergleich zu den heutigen Glascockpits.



Boeing B-17G
Flying Fortress
Ab 1930 in verschiedenen Varianten gebaut. Die schwere Bewaffnung gab ihr den Namen "fliegende Festung". Mit vier 1217 PS starke Motoren konnte der Bomber 7900 kg an Bomben mit sich führen und erreichte dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 486 km/h. Von der -G Version wurden 8680 Stück gebaut. Einige fliegen noch heute, ohne Bewaffnung, als Fleischtransporter in Süd-Amerika. 
Das zweite Bild zeigt den Bug der Maschine mit dem Platz den Bombenschützen und ein Teil der Bewaffnung. Gut zu erkennen der vordere MG Turm mit 2 MGs, das zur Seite gerichtete MG und den zweiten Turm mit 2 weiteren MGs. 
Ford Trimotor Wurde Ende der 20er Jahre gebaut. 3 Motoren mit je 425 PS verliehen der Maschine mit 8 Passagieren eine Reichweite von 885 km. Den Spitznamen "Tin Goose" (Blechgans) bekam die sehr zuverlässige Maschine durch ihre Wellblechbekleidung. 
In der abgebildeten Maschine wurden Rundflüge angeboten. Man beachte die lässige Art des Co-Piloten beim Flug.
Consolidated PBY Catalina Mit 8 Besatzungsmitgliedern wurde die Catalina als Seeaufklärungs- und Seenotrettungsflugzeug eingesetzt. Die großen Fenster im hinteren Teil ermöglichten dabei eine gute Aussicht. Sie besaß 2 Sternmotoren mit je 1217 PS.
Eine Maschine dieses Types wurde auch von Jacques Cousteau für seine Filmdokumentationen eingesetzt.
 Boeing B-747/400 Ein fester Programmpunkt in Oshkosh: der Australien Express. Flugbegeisterte aus Australien chartern sich jedes Jahr eine B-747 um direkt in Oshkosh zu landen. Nachdem die Passagiere ausgestiegen sind verlässt der Jumbo Oshkosh, nicht ohne vorher einen "Touch and go" und einen tiefen Überflug über den Platz zu veranstalten. Beim ersten Auftritt des "Australien Express" wurde die Showeinlage noch mit Passagieren gemacht. Der Kapitän des damaligen Qantas Jumbos durfte daraufhin einige Zeit auf dem rechten Sitz im Cockpit Platz nehmen.



Concorde Hier in den Farben der British Airways. Von Oshkosh aus führte diese Maschine mehrere Rundflüge durch. Aus nächster Nähe konnte man dann den Start und die Landung beobachten.
Ein paar Beispiele aus der Rubrik "Nose Art". Die Piloten versahen ihre Maschinen meist mit den Bildern ihrer Frauen oder Freundinnen. Auch andere Themen kamen zum Einsatz  So hatte dann auch jede Maschine ihren Spitznamen. Bei der Restaurierung wurden diese Zeichnungen beibehalten.